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Der Krieg gegen die Fremden

Die Zeit vor den Szas'Khar

Lange habt Ihr Euch nun schon gefragt, wie die Feindschaft zwischen den Szas'Khar und den Caldea entstanden seien mag. Nun, die Antwort mag Euch enttäuschen, doch selten sind die Fakten so glorreich und ruhmvoll, wie die Geschichten, die darum gesponnen werden.

Wir wissen bis heute nicht darüber Bescheid, was einst die Szas'Khar dazu bewogen hatte gegen uns einen Krieg zu entfachen, denn bis zu ihrem ersten Angriffen hatten die Völker keine Kenntnis davon, daß sie überhaupt existierten.
Zu jener Zeit, als unser Volk mit allen anderen friedlich vereint lebte, tauchten sie auf und griffen ohne eine Begründung oder Warnung den Bund der Alten an und lösten damit einen langen blutigen Krieg aus.

Wohl gab es in der Vergangenheit Kriege, die wir gemeinsam mit den anderen geführt hatten, doch seit Jahrhunderten hatte kein Caldea mehr die Waffen erhoben, um gegen ein anderes Volk Krieg zu führen. Die Alten Völker lebten friedvoll zusammen, ergänzten sich in ihren Fähigkeiten und profitierten von dem so gewonnenen gemeinsamen Wohlstand.

Die Stärke der Brinul war die Wirtschaft. Sie sicherten den Warenfluß zwischen den Siedlungen, erzeugten Güter aller Art. Besonders talentiert waren sie in der Herstellung komplizierter Apparaturen, welche sie vor allem nutzen um seltene Metalle abzubauen.

Die Guh'la hingegen waren meist Einzelgänger, und hatten keine eigenen Siedlungen. Sie lebten aber unter den anderen Völkern und arbeiten im Tausch für scheinbar billige Güter. Jedes Bergwerk, jede Schmiede oder Schmelze konnte sich glücklich schätzen, einen von ihnen im Dienst zu haben. Denn sie vermochten von früh bis spät mit unglaublicher Ausdauer und Kraft zu arbeiten.

Das Volk der Caldea schließlich sorgte dafür, daß alle Völker friedlich zusammenleben konnten. Wir behielten unsere Kämpfertraditionen bei, auch wenn es keine große Bedrohung mehr gab. Doch Räuber und alle Arten von Monster waren, wie auch in der heutigen Zeit, für Händler, Reisende und kleinere Siedlungen durchaus eine Gefahr.
Manchmal gab es auch kleinere Streitereien zwischen einzelnen Städten oder Herrschern, dann wurden wir oft um Rat gefragt, damit der Zwist ohne Blutvergießen geschlichtet werden konnte. So trugen wir dazu bei, daß sich ein jeder sicher fühlen konnte, und der Wohlstand aller Völker wachsen und gedeihen konnte.

Damals gab es noch das eine oder andere Volk, welches Euch heute nicht mehr bekannt ist. Doch waren es derer immer nur wenige und sie lebten meist für sich und nahmen nur selten Anteil daran, was in der Welt um sie geschah.

Friedloses Erwachen

Auch wir selbst wissen nicht ganz sicher, wann die Szas'Khar erstmalig auftauchten, denn viele Aufzeichnungen aus dieser Zeit sind verschollen oder wurden im Zuge des Krieges zerstört.
Dennoch glauben wir, daß es sich vor etwa 900 großen Umdrehungen zugetragen hat.
Zu dieser Zeit hatte der Bund zahlreiche Siedlungen, Dörfer und Städte auf dem ganzen Kontinent. Plötzlich brach der Kontakt zu vielen der Grenzsiedlungen ab.
Kundschafter, die entsandt wurden, kehrten mit schrecklichen Meldungen zurück. Die einstigen Niederlassungen waren angegriffen worden. Man hatte nur noch niedergebrannte Gebäude vorgefunden.

Die ausgesandten Späher und eiligst aufgestellten Verbände vermochten aber weder Spuren noch einen Feind ausfindig zu machen. Im ganzen Land wurden die Festungen verstärkt und die Armeen verdoppelt.
Nach diesen Angriffen aber herrschte für einige Monate wieder Ruhe, und die Angelegenheit war schon fast vergessen, als erneut aus allen Teilen des Landes Berichte über Angriffe eintrafen. Es war von in Kutten gehüllten Kriegern die Rede, die keinen verschonten, der ihren Weg kreuzte und nicht fliehen konnte. Die Angreifer kamen offenbar aus den Nordosten und zogen unerbittlich in Richtung jener Stadt, die zu der Zeit die Hauptstadt der Alten war.
Große Verwirrung herrschte unter den Völkern. Denn die Angreifer stellten keine Forderungen und sie verhandelten nicht. Sie tauchten einfach auf und kämpften.
Waren sie siegreich, dann brannten sie alles nieder, machten keine Gefangenen und hinterließen keine Überlebenden.
Waren sie unterlegen, dann kämpften sie bis auch der letzte von ihnen gefallen war, baten nicht um Gnade oder ergaben sich.

Die Völker Alirions waren fassungslos, denn keiner verstand die Beweggründe oder den Sinn dieses Handels. Der Bund entsandte unzählige Botschafter für Verhandlungen, doch keiner kehrte lebend zurück. Nachdem wir also zunächst auf die Möglichkeit einer diplomatischen Lösung gehofft hatten, wurde uns bald klar, daß unsere einzige Chance zu Überleben nur noch der Kampf sein würde. Denn der Feind ließ uns keine andere Wahl.

Schnell wurden in allen Teilen des Kontinents Truppen ausgehoben. Den Großteil der Soldaten stellten zwar die Caldea, aber auch die Brinul oder Guh´la und manch andere Völker entsandten ihre Unterstützung, soweit es ihnen möglich war.

Als sich der Bund organisiert hatte und nun vorbereitet gegen den Feind zog, schien es so, als könnten die Aggressoren bald zurückgeschlagen werden. Denn die Angreifer gingen scheinbar ohne Taktik vor und verließen sich stattdessen auf ihre starken Truppenverbände, wenn sie ein Ziel angriffen.
So gelang es den Streitkräften des Bundes oft gegen die Angreifer siegreich zu sein, wenn sie zahlenmäßig unterlegen waren, denn die Strategen der Caldea führten jede Armee der Alten Völker an und ihr Wissen um die Kriegskunst machte sich oft gegen die ungestüm vorgehenden feindlichen Armeen bezahlt. Doch gleichgültig, ob der Bund in einer Schlacht siegreich war oder nicht, den Blutzoll den er zu zahlen hatte, war in jedem Fall hoch.

Es würde viele Wochen oder Monate dauern, über all diese kleinen und großen Schlachten zu berichten, die sich ereignet haben. Doch manche von ihnen hat bis zum heutigen Tag Auswirkungen und prägt noch immer das Bild dieses Kontinents.
Diese sollen nicht unerwähnt bleiben.

Die Schlacht auf den Palthur-Ebenen

So war auch jene Schlacht, die in jenem Gebiet stattfand, das Euch heute als die "Palthur Ebenen" bekannt ist solch ein prägendes Ereignis.
Große Teile der Armeen des Bundes zogen damals gegen ein mächtiges Feldlager des namenlosen Feindes. Der Bund führte ein Aufgebot an einfachen Fußsoldaten, Speerträgern, Bogenschützen und Reitern in das Feld, die in ihrer Zahl den Gegner übertrafen. Aufgrund der Erfahrungen mit der plumpen Taktik der Angreifer, war man zuversichtlich, daß die Truppen des Bundes siegreich hervor gehen würden. Aber auch die Qualität, der Wille und die Kampfkraft des Feindes machten diesen zu einem gefährlichen Gegner.
Angeführt von dem wackeren Caldeafeldherr Lasilar, der schon in zahlreichen Schlachten die Verbände des Feindes siegreich niedergeschlagen hatte, schien der Angriff gegen das feindliche Lager auch bald von Erfolg gekrönt zu sein. Lasilar hatte die Armee des Bundes schon tief in das Lager geführt. Viele der Gegner waren gefallen und die noch wenigen feindlichen Verteidiger umzingelt, als plötzlich in mitten dieser bedrängten Schar eine groß gewachsene Gestalt auftauchte. Ihr Erscheinen beendete alle gerade andauernden Gefechte ,den sowohl die Soldaten der Szas'Khar als auch die des Bundes erstarrten. Die eine Seite vor Ehrfurcht, die andere vor Entsetzen.

Erstmalig im Verlauf des Krieges gegen den Bund, wandte der Feind nun sein Wort an sie.
Der große Gegner sah Lasilar an und sprach: "ABTRÜNNIGE SCHÜLER! Ihr Euch sträubt der gerechten Strafe durch UNS. Warum? Ihr nicht könnt verhindern Untergang Euren. Der Verrat den begangen Ihr habt einst, nun Ihr sühnen müßt! Überlegen WIR immer waren und sind. Die Szas'Khar Eure Lehrmeister sind. Doch nicht ihr habt gehört auf die Worte UNSERE, weil überlegen ihr euch fühlt. Legt Waffen Eure nieder und ergebt euch, damit WIR erteilen Euch als Gnade einen Tod schnellen."
Lasilar verwirrten zwar die Worte, doch deren vordergründige Aussage war ihm schnell klar. So brüllte er ohne lange zu zögern: "Niemals! Reiter sammelt Euch um mich! Wir verschaffen dieser Bestie selber einen schnellen Tod!" Schnell scharrten sich zahlreiche Reiter um den Feldherren und sie stürmten gemeinsam gegen den hoch aufragenden Feind los.

Doch da erhob der gewaltige Szas beide Hände und zischte in einer seltsamen Sprache Worte aus, deren Inhalt den anstürmenden Reitern des Bundes schneller klar wurde als das vorher in ihrer Zunge gesprochene. Denn ihre für den Schlachtlärm ausgebildeten Kampfrosse, verwandelten sich in seltsame Ungetüme. Der Körper der edlen Tiere verwandelte sich, schmolz ineinander und erstarrte in einer gedungenen Form, Hörner wuchsen aus ihren Stirnen und ihre Zähne, die vorher nur Pflanzen zerkleinerten konnten, wurden spitz und verlangten nun nach Fleisch. Sie warfen ihre überraschten und entsetzten Reiter ab und wandten sich gegen sie.
Es entbrannte ein langer und wilder Kampf gegen die einstige Reittiere. Zwar gingen die Truppen des Bundes letztendlich siegreich hervor, doch als die letzten dieser Tiere getötet oder vertrieben waren, stellte man fest, daß die übrigen Szas'Khar - samt ihres gewaltigen Anführers - verschwunden waren.

Die Monster, die das Wesen aus den Pferden der Bundesarmeen erschaffen hatte, nannte man fortan "Páldethukhar", was in Brinul soviel bedeutete wie "Fluch(t) der Khar". Bis zum heutigen Tag sind ihre Nachkommen noch auf diesem Kontinent zu finden. Im Laufe der Zeit nannte man sie einfach nur "Palthur".

Nach dieser Schlacht, die für den Bund zugleich siegreich wie auch erfolglos war, stellten sich viele neue Fragen. Zum einem warum jene Wesen behaupteten, die Lehrmeister der Alten Völker gewesen zu sein und zum anderen für welchem Verrat sie bestraft werden sollten. Doch neben einigen neuen Fragen, hatte man auch einiges erfahren. Denn nun wußte man, daß sie über einen, der großen Magie mächtigen, Anführer verfügten. Und erstmalig hatte der Feind neben seinen Namen auch offen sein Ziel genannt: Die Völker des Bundes zu vernichten.

Die Schlacht um Senoi

Es vergingen weitere Jahre, in welchen die Szas'Khar unentwegt ihre Truppen den Streitmächten entgegenwarfen. Auch wenn viele Angriffswellen zurück geworfen wurden, gewann der Feind Monat für Monat an Boden. Im Segwokgebirge hatten sich seit einem Jahrzehnt die Stellungen verhärtet. Es war nur den zahlreichen Trutzburgen und Festungen zu verdanken, daß die Szas hier noch nicht weiter in den Süden vorgedrungen waren.
Die fruchtbaren Ebenen, die heute Zentralalirion genannt werden, waren niedergebrannt und bargen kein Leben mehr. Bis tief in die Musennwälder waren die Gegner schon vorgedrungen und im Merialmoor kam es regelmäßig zu Kämpfen.

Der Feind wäre schon viel weiter in den Süden vorgedrungen, wenn nicht im Osten des Landes die große Brinul-Stadt Senoi seit Jahren dem Aggressor erbitterten Widerstand geboten hätte, und so seinen Vormarsch stark behinderte. Das mächtige Bollwerk behauptete sich nun schon seit 15 großen Umdrehungen der andauernden Belagerung durch die Armeen der Szas'Khar.
Das umliegende Land um die Stadt hatte sich durch die Truppenverbände der Gegner stark verwandelt. Wo sich einst saftige Wiesen und dichte Wälder erstreckt hatten, war das Land niedergetrampelt und abgeholzt worden. Nur noch Matsch und Dreck bedeckten den Boden, wo einst grünes Gras, fruchtbare Felder und mächtige Bäume das Landschaftsbild bestimmt hatten.

Die Caldea beschlossen eine große Armee zur Befreiung der Stadt zu entsenden, welche durch den kampferprobten Perkles angeführt wurde. Der mit vielen Auszeichnungen dekorierte Offizier des Bundes, hatte schon in vielen aussichtslosen Situationen, das Schlachtenglück zu Gunsten der Alten Völker gewendet.
So erreichte Perkles mit einer Streitmacht die Stadt der Brinul zu einem Zeitpunkt, als die Verteidiger nur noch mit letzter Kraft den fortlaufenden Angriffen der Szas'Khar stand hielten. Er zögerte nicht lange, seine Truppen in die Schlacht zu führen. Es entbrannte ein mehrere Tage andauernder Kampf.
Am Ende ihrer Kräfte hatte die Armee des Bundes die Belagerer letztendlich in eine aussichtslose Situation gedrängt. Perkles hatte einen Verteidigungsring um Senoil geschaffen, der weitere Angriffe der Szas verhinderte und die feindlichen Truppenverbände in ein kleines Tal, nahe der Stadt, getrieben.
Er wußte, daß sich die Gegner niemals ergeben würden und das nun ein blutiges und sinnloses Gemetzel beginnen würde. So formierte er seine Truppen und jeder der noch kämpfen konnte, zog mit ihm gegen die übrig gebliebenen Verbände der Belagerer.

Doch wie es schon in der Schlacht um die Palthur-Ebenen der Fall war, tauchte inmitten der schon fast geschlagen Szas'Khar jener geheimnisvolle Anführer auf.
Kalt stachen unter seiner Kapuze weiße Punkte hervor, und das Wesen erhob seine Stimme: "So ihr also immer noch nichts gelernt habt, in der Anzahl der großen Umdrehungen vergangenen seit Anbeginn des Kampfes! Freiwillig ihr immer noch nicht gebt auf den Widerstand sinnlosen gegen UNS. ABTRÜNNIGE SCHÜLER! WIR euch erteilen werden eine weitere Lektion, der Macht UNSERER!"

Der groß gewachsene Szas'Khar erhob erneut seine Hände und begann etwas, das wohl als Gesang gedeutet werden konnte. Als die Laute schließlich verstummten, brach ein ohrenbetäubendes Getöse los und ein orkanartiger Wind riß die versammelten Streiter von den Füßen. Auch Perkles fiel und verlor das Bewußtsein.

Als er - wohl viele Stunden später - erwachte und sich aufrichtete, dachte er zunächst, in einer fremden Welt zu sein. Nur langsam begriff er, was er sah.
Wo sich einst das mächtige Senoi erhoben hatte, lag nun ein tiefer Sumpf vor ihm, der sich weit in das einstige Umland ausbreitete. Die fruchtbaren Ebenen und Wälder, die einst das Bild des Ostens bestimmt hatten, waren nur noch trübe stinkende Sümpfe. Selbst das erhabene Bergmassiv, einst einen halben Tagesmarsch von der einstigen Stadt entfernt, war nur noch ein flache Ansammlung von Geröll und Steinen.

Als der Offizier wenige Wochen später mit einer Handvoll Soldaten, die er auf seinem Rückweg aufgelesen hatte, in der Hauptstadt des Bundes ankam und seinen Bericht erstattete, herrschte nur Entsetzen im Rat der Alten.
Denn Perkles berichtete von seltsamen Tieren, die er auf seinem Rückweg beobachtet hatte. Das einst harmlose Getier der Region war seit der Explosion enorm gewachsen, und verhielt sich sehr aggressiv.

Welchen Fluch auch immer dieser Anführer der Feinde ausgesprochen hatte, er hatte die ganze Region verwandelt.

Das Land der Brinul war von den Szas'Khar vernichtet. Nur wenige dieses Volkes schafften die Flucht in die - noch - sichere Hauptstadt des Bundes.

Die Bauwerke, Berge und Bäume die der Boden verschluckt hatte aber - türmten sich bald am Rande von Senoi zu einer unüberwindlichen Barriere auf, die erst hunderte von großen Umdrehungen später wieder im Erdreich versinken sollte, um den Zugang erneut frei zu geben.

Nahe dem Untergang

Nach etwa 50 großen Umdrehungen, seit dem Beginn des Krieges gegen die Szas'Khar, lag fast das ganze Land des Bundes in Schutt und Asche. Sowohl Lasilar als auch Perkles waren schon lange gefallen.
Im Laufe des anhaltenden Krieges hatten sich noch viele Krieger auf den Seiten des alten Bundes einen Namen gemacht. Doch vor allem zwei Caldeakrieger waren es schließlich, die dem Krieg die entscheidende Wendung geben sollten.

In der Hauptstadt des Bundes steuerte General Topán die Armeen des Bundes. Von Topán, einem der berühmtesten caldeanischen Schwertmeister ist überliefert, daß er am liebsten auf dem Schlachtfeld selbst zugegen gewesen wäre, es aber seine großen strategischen Fähigkeiten waren die so manche Schlacht, die schon verloren schien, noch für den Bund siegreich enden ließ. Und so banden seine Fähigkeiten ihn an den Generals-Tisch.

Trotz seinem großen Geschick dem Feind Widerstand zu bieten, stand es nicht gut um den Bund. Woche um Woche und Tag um Tag fielen weitere Dörfer, Festungen und Städte der Alten den Angreifern zum Opfer. Eine niemals enden wollende Flut von vermummten Kriegern ergoß sich über die Welt. Gleichgültig wie viele Feinde auch getötet wurden, schon bald rückten neue Truppen nach und ersetzen die Reihen der Gefallen.

Während der Feind aber scheinbar unbegrenzt über Kämpfer verfügte, waren die Alten gezwungen immer jüngere und unerfahrenere Rekruten in den Kampf zu schicken.

Die Lage schien hoffnungslos und es war, trotz allem Geschicks, nur noch eine Frage der Zeit...

Caldera

In jenen Tagen als Brinul, Caldea und Guh'la sich schon fast mit der sicheren Niederlage abgefunden hatte, tauchte im Lager des Generals Topán eine junge Caldeakriegerin auf, die bei dem Anführer des Bundes um Audienz ersuchte. Man ließ sie gewähren.

Topán sah sich einer, kaum dem Welpenalter entwachsenen Caldea gegenüber, deren Fell von Narben übersät war, als hätte sie schon seit Jahrzehnten in der Streitmacht des Bundes gedient. Ihr Name war Caldera. Ihr war erst vor wenigen Wochen eine kleine Gruppe anvertraut worden, die mit einer Aufklärungsmission betraut worden war. Sie berichtete, daß ihre Truppe in einen Hinterhalt geraten und trotz großer Gegenwehr vollkommen aufgerieben worden war.

Nur sie hatte es geschafft zu überleben, da man sie wohl auch - wie alle anderen - für tot gehalten hatte. Doch trotz schwerster Verletzungen, hatte sie sich den Feinden hinterher geschleppt, und war so in das Hauptlager gelangt, wo sie einer seltsamen Ansprache lauschen konnte.

Ihr Bericht war militärisch kurz gehalten, doch der Inhalt ließ keinen Zweifel. Jener Anführer der Szas'Khar versammelte seine Truppen zum letzen Großen Angriff. Altin, die Hauptstadt des Bundes selbst, war das Ziel des Angriffs. Jene Stadt die allen gehörte, in der viele Völker und Kulturen auf dem engsten Raum bereits seit vielen hunderten von Jahren zusammenlebten, und die so geprägt war von der Friedfertigkeit, Freude und Toleranz. Knotenpunkt des Handels. Ach - Altin das goldene Juwel, Perle des Wohlstandes, besungen in manch einem Lied und in vielen dichterischen Zeilen. Dort würde der Bund der größten, seit dem Krieg zusammengestellten, Streitmacht des Feindes gegenüber stehen.
Der seltsame Anführer würde die Armeen von Anfang an begleiten, denn er wollte das "Ende der Abtrünnigen, sie sind" in ihrer "letzten Schlacht, sie schlagen" von Anbeginn an beiwohnen.

Erschüttert und verwirrt war Caldera geflohen, um die sonderbare Rede dem General persönlich vorzutragen.
Topán aber war, als sie diese letzten Worte vortrug, bereits tief in Gedanken versunken und seine Berater schoben die junge Kriegerin mit dankenden Worten aus dem Zelt des Generals.

Keil und Stein

Es dauerte nicht lange bis Topán die Berater und Truppenführer zusammenrief um ihnen das gehörte, sowie seine Gedanken mitzuteilen.

Es gab große Diskussionen, als der General ihnen seinen Plan erklärte und manch einer fragte sich sorgenvoll, ob Topán vor Verzweiflung und im Angesicht der nahen Niederlage seinen Verstand verloren hätte. Aber niemand von ihnen konnte mit einem besseren Vorschlag dienen. Denn alle waren sie verzweifelt und ratlos und so schien der Plan ihres Heerführers, so wahnwitzig er auch schien, letztendlich der einzig gangbare zu sein.
So stimmten sie dem Vorschlag zu.

In großer Eile und Hast stellte man eine möglichst große Armee zusammen, deren Aufgabe es sein sollte, der großen Streitmacht der Szas'Khar entgegen zu ziehen, um dort den Anführer der unerbittlichen Angreifer zu töten. Denn Topán war der Meinung, daß mit dem Tod des Anführers die Angriffe der Szas'Khar in sich zusammen brechen könnten.
In den Augen des Generals war dies die letzte Möglichkeit, die dem Bund blieb.

Er vermutete einen direkten Zusammenhang zwischen den zahllosen Kämpfern der Szas'Khar und ihrem Anführer.

Die Streitmacht, die Topán gegen das Hauptlager der Szas'Khar führte, bestand zum Großteil aus jungen und unerfahrenen Caldea und Überlebenden Brinul aus der vernichteten Stadt Senoi. Denn viele waren gefallen und wenige geboren worden im kriegerischen Klima.
So zog Topán mit der "Welpenarmee", wie sie später genannt wurde, in die entscheidende Schlacht. Zwar befand sich auch noch eine beachtliche Zahl von erfahrenen Veteranen auf Seiten des Bundes, doch überwogen jene, die kaum über mehr als eine kämpferische Grundausbildung verfügten. Doch was den Jugendlichen auch an Erfahrung mangeln mochte, glichen sie mit ihrer Entschlossenheit und ihrem Willen dem Feind zu trotzen aus.

Die junge Kriegerin Caldera führte einen Zug im Sturm auf das Hauptlager der Szas'Khar an. Sie hatte nun den Rang einer Kommandantin. Doch auch wenn sie noch eine einfache Rekrutin gewesen wäre, so wäre ihre Führungsrolle unbestritten gewesen. Topán war klar, daß sie ihn herausfordern hätte können, wenn sie gewollt hätte. Doch die, vielleicht 18 oder 19 große Umdrehungen zählende Caldera, war ihrem Anführer treu ergeben und es war nicht die Zeit für Machtkämpfe.

Es ging nur noch um das Überleben. Und in einer Nacht, gegen Ende des Monats Malkar, stießen Kundschafter des Bundes auf das offensichtliche Hauptlager der Gegner, welches keine Stunde Wegmarsch von der Armee entfernt lag.
Die Berichte der zurückkehrenden Späher ließ keinen Raum für Hoffnung auf ein schnelles Schlachtende oder gar einen leichten Sieg. Die Szas'Khar zeigten keine Schwäche in ihrer Aufstellung.

Dort, taktisch günstig in einem Tal gelegen, welches zu beiden Seiten durch hohe unüberwindbar scheinende Felsen begrenzt war, lag sie: Die Armee des dunklen Feindes. Schwarze Zeltplanen reichten soweit das Auge blicken konnte, aber kein Feuer erhellte das Zwielicht des schwindenden Tages. Keine Stimmen waren zu hören, kein Essen wurde gebraten. Wie ein schlafendes schwarzes Kätzchen schmiegte sich das Lager in das Tal, doch Topán wußte, daß es sich um eine lauernde Wildkatze handelte, bereit jeden zu zerreißen, der ihr über den Weg lief.

Topán aber ließ sich davon nicht beirren und ordnete ein kaltes Nachtlager, ohne Feuer an. Die Truppen sollten still bis zum ersten Morgengrauen warten. Denn im Angesicht von Eor sollte der Bund die entscheidende Schlacht austragen und der Gott des Krieges sollte dabei über Sieg oder Niederlage wachen.

Und so geschah es.

In der Enge des Tals prallten früh morgens die beiden Armeen aufeinander.
Auf der einen Seite die in Stille und mörderisch dunkle Kutten gehüllten Reihen der Szas'Khar, auf der anderen die voll Wut und Siegeswillen schreienden Krieger des Bundes.

Wie ein Keil bohrte sich die Streitmacht der Alten in das Lager und ihre Entschlossenheit überrumpelte die Feinde, trieb sie auseinander und an die Seiten der Schlucht. Drückte sie dort zusammen und rieb sie auf zwischen Steinen und Stahl. Die gute Stellung wandelte sich in eine Falle. In der Mitte des Keils wurden die Verwundeten abtransportiert und frische Krieger lösten ermüdete ab, wenn diese aus der vordersten Front zurücktraten.
Was jede andere Streitmacht binnen kürzester Zeit aufgerieben hätte, schien die Kuttenträger kalt zu lassen. Ohne Müdigkeit zu zeigen kämpften sie weiter und starben zu hunderten.

Die Sonne hatte fast den höchsten Punkt erreicht, und der General betrachtete den Schlachtenverlauf voll Hoffnung, als ein Truppenführer von den Wachen vorgelassen wurde.
Er berichtete, daß er ausgesandt worden sei um im Hinterland nach versprengten feindlichen Einheiten zu suchen und dabei auf ein riesiges Heer gestoßen sei, daß sich seitlich aus dem Gebirge kommend hinter ihnen zusammen ziehe. An ihrer Spitze, jener mächtiger Anführer, der schon einst in der Schlacht um die Palthur-Ebenen und um die Stadt Senoil den sicheren Sieg des Bundes mit seiner Magie schmerzlich durch eine Palthurtat vereitelt hatte.

Die Hoffnungen des Generals fielen ineinander.
Der vermeidliche Hauptgegner war nichts weiter als eine Vorhut, eingekesselt im sich verjüngenden Tal waren es nunmehr seine eigenen Mannen die aufgerieben werden würden.
Schnell befahl er die Bemühungen im Tal zu verstärken und den Köder zu schlucken um nicht von zwei Seiten in Kämpfe verwickelt zu werden. Entmutigt sank Topán sodann zurück, und orderte alle Truppenführer, die sich nicht im Feld befanden, zu einer Besprechung herbei um ihnen die Katastrophe mitzuteilen.

Wendungen

Während im Tal die letzten Feinde zerschlagen wurden, zerschlugen die Worte des Generals die hoffnungsvollen Blicke seiner Mannen. Der tollkühne Plan drohte zu scheitern, und mit ihm die alten Völker.

Nachdem das letzte Wort des Topán's sich im Zelt aufgelöst hatte breitete sich eine bedrückende Stille aus. Die Gesichter aber sprachen Bände von Angst über Resignation bis hin zu trauriger Hilflosigkeit.

In die Stille aber trat Caldera. Aus ihren Augen schien Feuer zu sprühen, als sie sich vor den gebrochenen Armeeführern aufbaute und die legendären Worte sprach: "Der Tag ist noch nicht vorbei, Eor steht uns allen bei, er ist mit mir, ich bin mit euch, der dunkle Feind soll im gleißenden Schein seiner feurigen Wut erblassen und zerschlagen werden! Kommt meine Freunde, kommt! Es gilt eine Schlacht zu schlagen!"

Kaum hatte Caldera dies gesagt verließ sie das Zelt und setzte sich an die Spitze ihres Zuges in Richtung des neuen Unheils in Bewegung. Den Armeeführern blieb kaum genug Zeit sich zu ordnen da verließ sie auch schon das Lager des Bundes. Topán erholte sich als erster, und laut fluchend gab er den Befehl der Kriegerin zu folgen und sie zu schützen.

Jeder Soldat, der noch in der Lage war ein Schwert zu halten, setzte sich nur kurze Zeit später in Bewegung. - Sie folgten der mutigen Kriegerin und die Worte Eors machten die Runde wie ein Feuer im trockenen Geäst. Voll neu entzündeten Mutes griff der Bund die noch im Aufbau befindlichen Truppen der Szas'Khar an. An der Spitze, mitten im Getümmel der Schlacht: Caldera.

Der Angriff des Bundes hatte die erst locker aufgestellten Verbände der Szas'Khar hart getroffen, und die schiere Wucht des Angriffes hatte Tausende der Kuttenträger davon gespült.
Überall dort wo der Kampf am wildesten tobte tauchte Caldera auf, schrie den Kämpfern Mut zu und stürzte sich vor ihnen ins Getümmel, so daß ihnen nichts anderes übrig blieb als ihr zu folgen. Topán hatte auf einer kleinen Erhebung einen Kartentisch platzieren lassen und ordnete die Kämpfe seiner Armee mit dem Kopf eines meisterhaften Strategen während Caldera den Glauben, den Mut in die Herzen aller pflanzte.

Die junge Kriegerin mit den von Narben übersäten Körper, die in ihrem Leben nichts anderes als immer währenden Krieg gesehen hatte, hatte alle wachgerüttelt, um sie dann in eine Trance zu versetzen in der sie keine Angst mehr um sich hatten, sondern alles gaben was sie hatten um zu siegen und das freie Leben auf Alirion zu erhalten.

Die Entscheidung

Als Eor zum dritten Mal seit dem Schlachtbeginn den Himmel erklomm, waren auf beiden Seiten nur noch wenige Krieger übrig. Die endlosen Gemetzel waren abgeflaut, und beide Kriegsparteien formierten ihre letzten Truppen.
Und so standen sich in jenem Morgengrauen, zwei Feinde gegenüber, denen man nicht mehr mitteilen mußte, daß nun der Zeitpunkt der letzten Schlacht angebrochen war.

Nur wenige hundert Schritte trennten beide Seiten, die Banner des Bundes flackerten im Wind, während die der Szas'Khar regungslos und starr erschienen.
Als sich der Anführer der Szas'Khar an die Spitze seiner Truppen stellte, war es auch Topán nicht mehr möglich, sich zurückzuhalten. Er ließ sich seine Kampfrüstung anlegen und bezog wie der Anführer der Szas'Khar, Stellung an der Spitze seiner Truppen.

Es vergingen viele Stunden.
Beide Seiten belauerten sich, und jeder wartete ab, daß die andere Seite den ersten Schritt machen würde. Doch als Eor im Zenit stand, stürmten beide Armeen wie auf ein stummes Signal, aufeinander zu.

Topán kämpfte sich von Anfang an auf den Anführer der Szas Khar zu. Während um ihn herum Schwerter aufeinander prallten, Schilde zersplitterten, Knochen brachen und das Schlachtfeld von Schmerzensschreie erfüllt und in Blut getränkt wurde, ignorierte er das Geschehen und schritt zielstrebig auf den mächtigen Gegner zu, der scheinbar unberührt den Kampfverlauf um ihn herum verfolgte.
Der riesige Szas Khar stand allein inmitten des Schlachtfeldes, denn die Soldaten mieden es, sich dieser Gestalt zu nähern, soweit es sich im Kampfgetümmel verhindern ließ. Um ihn war ein Kreis von 30 Schritten. Nur der General schien sich von der Ausstrahlung des feindlichen Anführers nicht beeindrucken zu lassen. Unbeirrt bahnte er sich seinen Weg zu jenem Wesen, unter dessen Führung seit fast 50 großen Umdrehungen so viel Leid und Schrecken über die Völker des Bundes gebracht worden war.

Als Topán nur noch wenige Schritte vor jenem Feind stand, wurde seine Vermutung endlich bestätigt, woher die Szas Khar ihre zahllosen Kämpfer heranzogen. Denn der scheinbar regungslosen Führer des Feindes, stand nicht einfach starr auf dem Schlachtfeld.
In Wirklichkeit bewegte er sich ganz sanft, schien einen endlos langsamen Tanz zu folgen, flüsterte seltsame Worte und seine Hände vollzogen geheimnisvolle Bewegungen. Und während er dies tat, stand er inmitten eines Nebels der von ihm selbst hervor zu gehen schien.
Und während er sich so bewegte und flüsterte entstanden aus dem Nebel feste Konturen und diese verfestigten sich in neuen Kriegern der Szas Khar. Auf diese Art "geboren", stürzten sich die Geschöpfe des Feindes sofort in den Kampf.

Wie er es vermutet hatte, stand der General einem Wesen gegenüber, daß in der Lage war, Geister zu beschwören und die Dämonen der Tiefe herbeizurufen. Der Bund hatte es mit einem Gegner zu tun, der übermächtig war, aber deren Macht sich gleichwohl nur in einem einzigen Wesen zu vereinigen schien.

Doch es war nicht an der Zeit darüber lange Abhandlungen zu schreiben oder deswegen in philosophische Debatten zu verfallen.
Topán wußte worauf es nun ankam. Er mußte dieses Wesen töten.

So zog er seine zwei Schwerter und stürmte mit den Worten: "Blut und Ehre, Wissen und Macht, Energie und Bewegung!" auf den Szas'Khar zu und hieb auf ihn ein.
Erst jetzt schien der Anführer sich der Anwesenheit des Generals bewußt zu werden, und blickte auf die kleine Gestalt, die zu seinen Füßen auf ihn einhieb.
Er hielt von seinen Beschwörungen ab - lachte fürchterlich - und zog ein mächtiges Schwert.
"NUN SCHÜLER!" begann er, als er die gewaltige Klinge mit beiden Händen über seine Kapuze hob, "SO NIMM NUN DAS GESCHENK VON LUGAL ENTGEGEN!"

Die scharfe Klinge zerschnitt die Luft und näherte sich rasch dem General. Nur Bruchteile von Sekunden vergingen zwischen dem Zeitpunkt, als das Schwert gezogen, die Worte gesprochen und die Klinge tiefe Furchen in den Boden schlug.
Topán hatte sich mit einer schnellen Rolle aus dem Gefahrenbereich geschafft. Die Szas'Khar waren zwar schnelle und flinke Kämpfer, doch die Caldea waren immer noch schneller als sie.

Zwischen den beiden Anführer entbrannte ein langer Kampf. Während sich um sie herum die beiden Armeen ineinanderkrallten, konzentrierten sich die Kontrahenten nur aufeinander.
Doch Topán merkte bald, daß sich die Jahre hinter dem Feldherrentisch ausgewirkt hatten. Der Szas'Khar trieb ihn so, wie er es haben wollte. Der General hatte nur wenig dagegen zu setzen. Ihm wurde bald klar, daß er dem Anführer der Szas'Khar zwar standhalten konnte, doch selber keine Möglichkeit hatte, den Kampf zu seinen Gunsten zu wenden. Es schien also mehr eine Frage der Ausdauer, als die der Überlegenheit. Und sein Gegner schien endlose Ausdauer zu besitzen ...

Dann unterlief dem General ein Fehler, als er einen Angriff des Feindes falsch eingeschätzt hatte. Die Klinge des Szas sauste auf ihn nieder und einen Augenblick zu spät erkannte Topán, daß er eine Lücke in seiner Verteidigung offen gelassen hatte. Aus einem Reflex heraus, versuchte er mit seinem linken Arm die Schneide abzuwehren. Er spürte es vor Überraschung nicht einmal, als die Schneide seinen Arm vom Körper abtrennte.
Die Wucht des Hiebes war so stark, daß Topán stolperte und auf seinen Rücken fiel. Die Spitze des Szas'Khar Schwertes ruhte plötzlich knapp über seiner Kehle. Der Szas'Khar blickte ihn durchdringend an. Er sah zwar nicht sein Gesicht, aber irgendwie hatte der General das Gefühl, als würde das Wesen unter seiner Kapuze lächeln. Topán schloß die Augen und warte darauf, daß sein Gegner ihm endlich ein Ende bereiten würde.

Und während er, auf seinen Tod wartete, erklang plötzlich eine vertraute Stimme: "Eor in uns. Eor um uns. Eor durch uns!"
Caldera, die er bei Beginn der Schlacht aus den Augen verloren hatte, stieß nun zu den beiden Kämpfern. "Ihn Eors Namen!", rief sie dem Szas'Khar zu. "Ich bin gekommen, Dir Dein Ende zu bereiten!" Der Angesprochene wandte sich von dem, auf dem Boden liegenden, General ab, die Klinge jedoch verharrte weiterhin über seiner Kehle. Scheinbar schien er die junge Caldeakriegerin nicht für eine Gefahr zu halten die ein Verteidigungsstellung rechtfertigte.

Caldera lief mit großen Schritten auf den Hünen zu. Was dann geschah, erlebte Topán wie in einem Traum. Scheinbar hatte sich die Zeit verlangsamt, denn Sekunden schienen zu Minuten werden. Er sah wie die junge Kriegerin ihren Körper - offenbar - bedächtig spannte und sie langsam vom Boden abhob. Endlos schien es zu dauern, bis Caldera den Zenit ihrer Flugbahn erreicht hatte und nun, ihre Schwerter nach vorne gerichtet, dem Anführer der Feinde entgegen fiel. Der Kampfschrei den sie dabei ausstieß, wurde zu einem tiefen verzehrten Geräusch.
Plötzlich wurde dem General bewußt, daß das Schwert des mächtigen Szas'Khar nicht mehr über seinem Körper ruhte, sondern sich auf Caldera zu bewegte. Als der alte Caldea aufsprang, schien es, als wären seine Knochen aus Blei. Denn so wie sich die Welt um ihn verlangsamt hatte, als würde sie in einem dicken unsichtbaren Sirup schwimmen, schienen auch seine Bewegungen gleich gebremst wie die der anderen.

Endlose Stunden schienen zu verstreichen, bis er sich vom Boden erhoben hatte und nun dem Szas entgegen lief. Jeder Herzschlag dröhnte wie eine große Glocke, sein verstümmelter Arm schmerzte wie Feuer und er sah alles nur noch durch einen roten schmierigen Film.

Als sich das Schwert des Szas seinen Weg durch Caldera bahnte und ihren Rumpf von ihren Beinen trennte, sprang Topán. Und noch während der Körper der Kommandantin zu Boden fiel, drehte sich der feindliche Kämpfer um nun auch dem General sein Ende zu bereiten. Das Schwert Topáns aber durchstieß in dem Augenblick den Körper des Szas'Khars, als Caldera's Oberkörper auf den Boden aufschlug.

Drei Seelen schrieen vor Wut und Schmerz auf, und die Schreie vermischten sich zu einem einzigen gewaltigen, der immer lauter zu werden schien, bis er auf dem ganzen Kontinent zu hören war.
Und dann wurde es still...

Epilog

Nach der Vernichtung ihres Anführers verschwanden die Armeen Szas´Khar genau so schnell und spurlos, wie sie einst aufgetaucht waren. Ihre Angriffe brachen allerorts schnell zusammen und auf ihrer kopflosen Flucht wurden die Verbände des Feindes restlos aufgerieben.

Ein Monat nach dem Sieg über die Szas'Khar versammelten sich die verbliebenen Armeen des Bundes auf dem Schauplatz der letzten Schlacht. Neben den Truppen hatten sich auch zahlreiche Abgesandte aller Völker Alirions eingefunden um den Sieg des Bundes zu feiern.
In einem tagelang andauernden Fest gedachte man der zahllosen Gefallenen aller Völker.
Calderas Leichnam ruhte nun in einem Schrein an jener Stelle, an der sie gefallen war. Die Überlebenden erwiesen ihr die letzte Ehre.

Die Caldea aber pflanzten an der Stelle der Schlacht einen Wald, und nannten diesen Faid Caldera. Da die alten Stätten meist zerstört waren, sollte der Ort an dem der Bund die Schlacht um sein Überleben gewonnen hatte, in ferner Zukunft ihre neue Heimat sein.

Langsam begann man das zerstörte Land wieder aufzubauen und versuchte den Glanz von einst neu zu errichten. Doch der Krieg hatte nicht nur viele Städte und Siedlungen zerstört. Auch die alte Ordnung des Kontinents war erschüttert.
Die Völker des Bundes konnten sich nicht mehr auf einen gemeinsamen Kurs einigen. Viele der alten und weisen Führer waren gestorben, ihre rechtmäßigen Erben im Krieg gefallen und die alten Blutlinien, die seit Jahrhunderten den Bund aufrecht gehalten hatten, für immer zerstört. So gelangten oft sehr junge und unerfahrene Herrscher aus den Seitenlinien an die Macht, und versuchten ihren regionalen Einfluß zu stärken.
Den daraus resultierten Streitigkeiten fiel bald die Einigkeit der Völker zum Opfer, da die militärische Stärke der Caldea von den Brinul aufgrund ihrer Goldgier gefürchtet wurde und die Guh´la sich von beiden Völkern ausgenutzt fühlten.
Den Meinungsverschiedenheiten der Völkern folgten auch bald Zwistigkeiten in den eigenen Reihen. Außerdem erschwerten viele der neuen monsterartigen Tiere, die wohl aus der Magie der Szas'Khar hervorgegangen waren, den Wiederaufbau.

Rund zehn Jahre nach dem Ende des Krieges waren viele Caldea der andauernden Uneinigkeiten müde. Unter der Führung von Topán, der nach dem Krieg der oberste Lord der Caldea geworden war, zog sich ein großer Teil der Verbliebenen in ein abgeschottetes Exil zurück. In einem jener unterirdischen Gänge, die den ganzen Kontinent durchziehen, fanden sie Zuflucht. Dort sammelten sie sich und bewahrten die alten und ehrwürdigen Traditionen.

Als Lothras viele Jahre später zum obersten Lord aufstieg und die Caldea aus ihrem unterirdischen Exil wieder unter das Auge Eors führte, sah er sich einem in zahllose Einzelreiche aufgeteilten und zerstrittenen Kontinent gegenüber.
Doch durch sein Geschick für Diplomatie und seine Wortgewandtheit gegenüber den wenigen verbliebenen Völkern, gelang es ihm, die vielen verfeindeten Kleinreiche des Kontinents zu einen.

Zwar waren durch den Krieg, und die Uneinigkeit in den nachfolgenden Jahren, viel von dem Wissen verloren gegangen, über welches der Bund einst verfügte , doch als Lothras im hohen Alter starb, war das Land wieder erblüht und in den Städten lebten Brinul, Caldea und Guh´la wieder vereint.

Für viele Jahrhunderte herrschte nun wieder Frieden unter den Völkern des Bundes.

Bis zu jener unseligen Zeit, als wir mit Hilfe der Amulette das Volk der Menschen auf Bralkara aufsuchten. Denn einige unserer Kundschafter hatten hoch im Norden ein Tal entdeckt, in dem sich die Szas´Khar nach ihrer vermeintlichen Vernichtung zurück gezogen hatten. Ihre Anzahl war bereits so angewachsen, daß sie mit einem einfachen Feldzug nicht mehr zu bezwingen gewesen wären.
Eine unserer Legenden besagte, daß sich auf einem Kontinent, der westlich von Alirion gelegen war, ein Volk herrschte, daß allen anderen überlegen war und in der Zeit der Not das "Schwert von Eor" führen würde, sodas für immer Frieden über diese Welt Einzug halten würde. So brachen wir hoffnungsvoll auf und entdeckten das Volk der Menschen.
Doch als unsere Brüder noch bei Euch weilten, haben die Szas einen Fluch über Guh'la ausgesprochen, der wohl ihren Geist ganz und gar zu vernebeln im Stande war.
So wandten sich die mächtigen Guh'la allerorts plötzlich gegen ihre einstigen Freunde. Sie kämpften, unbändig und fanatisch, ohne das ein Funken ihres einstigen Selbst zu erkennen war. Auf Bralkara fielen so alle Abgesandten einander zum Opfer.

Gemeinsam vertrieben die Caldea und Brinul auf Alirion die Ghu´la, die über Jahrhunderte an ihrer Seite gekämpft hatten. Und die Saat dieser Tat, die die Szas´Khar gesät hatten, ging schließlich auf und entzweite auch den Pakt zwischen den letzten zwei Völkern des alten Bundes.
So trennten sich unsere Wege...

Der relativ kurze Krieg auf Alirion war gerade vorüber, als die ersten Schiffe von Eurem König Argrus die Küste erreichten. Der ruhmreiche Bund - der einst ganz Alirion bevölkert und beherrscht hatte - war zerstört, und jener Kontinent, deren Bewohner Euch einst aufgrund ihrer Technik und Magie in schieres Erstaunen versetzt hätten, lag jungfräulich vor Euch.

Wir beobachteten Euch für einige Jahre, um uns dann wieder zu Erkennen zu geben,
denn die dunkle Heimsuchung war wieder erschienen...

Aus uns vielversprechend erscheinenden Rittern wählten wir diejenigen, die sich heute "Magistraten" nennen.
Ausgewählt, den Szas'Khar endgültig Einhalt zu gebieten und ihre verblendeten Gefolgsleute aus den Fesseln der Dunkelheit in das Licht Eors zurück zu führen.

Nun also kennt ihr den rechten Lauf der Dinge.
Und so wahr Euer Weg, der Weg der Wahrheit ist, so soll er mit dem Weg der Caldea verbunden sein.

Eor mit Euch!


 

 
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